Logo: Gesundheitsschmiede Tirol

Einzeltherapie

Therapieplanung

Am Anfang einer psychosozialen Therapie steht eine ganzheitliche Therapieplanung, die auf Basis einer umfassenden Abklärung der psychischen Beeinträchtigung (Durchsicht bestehender Befunde, (neuro)psychologische Diagnostik, Fremdbeurteilung des sozialen Umfelds) und drei therapeutischen Gesprächen mit den Betroffenen formuliert wird. Anhand dieser Therapieplanung wird mit den Betroffenen und dem sozialen Umfeld (Pflege, Angehörige usw.) an den therapeutischen Inhalten gearbeitet, Ziele und Verläufe werden dokumentiert und reflektiert.

Der Therapieplan wird innerhalb des ersten Monats einer psychosozialen Therapie erstellt. In den folgenden drei Monaten erfolgt die Umsetzung des Therapieplans mit dem interdisziplinären Team. Nach drei Monaten werden im Rahmen von Fallbesprechungen und Gesprächen mit dem Umfeld die ersten drei Monate reflektiert und das weitere Vorgehen wird festgelegt. Nach sechs Monaten erfolgt eine Reflexion der Therapie (nach Wunsch durch eine schriftliche Beschreibung des Therapieverlaufs, eine Beurteilung und einen Betreuungsvorschlag), auf deren Basis das weitere Vorgehen entschieden wird.

Der ganzheitliche Therapieplan für die psychosoziale Therapie bildet nicht nur die Basis jeder Behandlung, sondern auch die Grundlage für die Entscheidung, ob es sich in einem konkreten Fall um Begleitung, Betreuung, Beratung oder Psychotherapie handelt. Er findet außerdem in der Beratung des Umfeldes häufige Verwendung.

 

Psychosoziale Begleitung

 

Kognitive Defizite, Krankheiten und Psychodynamiken werden berücksichtigt. Die Betroffenen werden beim Ausbau und bei der Erhaltung von Ressourcen und ihrem Aktionsradius unterstützt. PsychologInnen und AusbildungskandidatInnen zu Klinischen und GesundheitspsychologInnen arbeiten als Co-TherapeutInnen mit.

 

 

Beispiel einer psychosozialen Betreuung: Wege aus der inneren Leere heraus, erzählt von Lisa Zobler und Bettina Fraisl

Als ich Herrn Müller[1] zum ersten Mal begegne, sitzt er in der Wohnküche und blickt starr vor sich hin. Meine Begrüßung erwidert er kurz und knapp, überhaupt scheint er keinerlei Interesse an seiner Umgebung zu haben. Ich setze mich zu ihm, frage nach seinem Befinden und versuche ein Gespräch in Gang zu bringen, doch die Antworten des 55jährigen bleiben einsilbig uninteressiert. Alles sei in Ordnung, meint er, halt langweilig sei ihm. Warum er sich in einem Wohnheim befindet, wie lange er bereits hier ist oder wie er in diese Stadt gelangt ist, weiß er nicht. Meine Einladung, mit ihm draußen spazieren zu gehen, nimmt er nach mehreren Anläufen an. Als er aufsteht, sehe ich, dass er fast 2m groß sein muss. Beim Gehen wankt er stark, als falle es ihm schwer, das Gleichgewicht zu halten.

Vom Therapieplan von Herrn Müller weiß ich, dass er vor 5 Jahren stark alkoholisiert von einer Brücke stürzte und sich dabei ernsthafte Kopfverletzungen zuzog. Nach einem längeren Klinik- und Rehabilitationsaufenthalt kam er wegen akuter Verwirrung und Selbstgefährdung auf die Psychiatrie und wurde schließlich in einem Wohnheim dauerhaft untergebracht.

 

[1] Der Name wurde geändert. Das Bild auf dieser Seite steht in keinerlei Zusammenhang mit diesem Text.

 


[1] Die Namen wurden geändert.

 

Psychologische Behandlung

Ein lösungsorientiertes Therapiegespräch zur Problembearbeitung bei Betroffenen oder mit ihrem sozialen Umfeld (Pflege, Angehörige usw.) wird von einer Klinischen und GesundheitspsychologIn durchgeführt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Psychotherapie

Ausgehend von aktuellen Konflikten werden insbesondere Psychodynamiken mit einer PsychotherapeutIn bearbeitet.