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Therapeutische Angebote

Die von uns angewandte psychosoziale Therapie beschreibt einen ganzheitlichen Therapieansatz, mit dem psychische Erkrankungen im Alter behandelt werden. Sie stellt die Betreuung, Begleitung und Behandlung der Betroffenen in den Mittelpunkt und berät und begleitet Angehörige und Pflegepersonal im Umgang mit den Betroffenen und ihren Erkrankungen. In der psychosozialen Therapie werden Menschen mit erhöhtem psychischen Leid (Demenz, Depression, Angst, Unruhe usw.) oder sozialem Leid (Einsamkeitsgefühl, Fehlen von sozialem Netzwerk usw.) sowie mit psychisch bedingten Verhaltensauffälligkeiten (Aggressionen, Schwierigkeiten im sozialen Verhalten, Kontext oder im Alltag) ambulant behandelt. Durch gezielte Maßnahmen wird eine Linderung herbeigeführt.

Angaben zu den Kosten finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

 

Am Anfang einer psychosozialen Therapie steht eine ganzheitliche Therapieplanung, die auf Basis einer umfassenden Abklärung der psychischen Beeinträchtigung (Durchsicht bestehender Befunde, (neuro)psychologische Diagnostik, Fremdbeurteilung des sozialen Umfelds) und drei therapeutischen Gesprächen mit den Betroffenen formuliert wird. Anhand dieser Therapieplanung wird mit den Betroffenen und dem sozialen Umfeld (Pflege, Angehörige usw.) an den therapeutischen Inhalten gearbeitet, Ziele und Verläufe werden dokumentiert und reflektiert.

Die psychosoziale Therapie wird mit 1-3 Therapieeinheiten (à 50 min) pro Woche und der Beratung des sozialen Umfelds in einer wöchentlichen psychologischen Visite sowie mit genauer Dokumentation (Verlaufskontrolle, Umsetzung des Therapieplans mit einem interdisziplinären Team) durchgeführt. Der Therapieplan wird innerhalb des ersten Monats erstellt. In den folgenden drei Monaten erfolgt die Umsetzung des Therapieplans mit dem interdisziplinären Team (anhand des Therapieplans und der Verlaufskontrolle der wöchentlichen Visite). Nach drei Monaten werden im Rahmen von Fallbesprechungen und Gesprächen mit dem Umfeld die ersten drei Monate reflektiert und das weitere Vorgehen wird festgelegt. Nach sechs Monaten erfolgt eine Reflexion der Therapie (nach Wunsch durch eine schriftliche Beschreibung des Therapieverlaufs, eine Beurteilung und einen Betreuungsvorschlag), auf deren Basis das weitere Vorgehen entschieden wird.

Die Inhalte der psychosozialen Therapie können sehr breit gefächert sein, sodass ausgehend vom psychosozialen Leid, der Verhaltensauffälligkeit und der Belastung des sozialen Umfelds Interventionen gesetzt werden, die im Rahmen einer betreuenden, einer begleitenden, einer beratenden oder einer psychotherapeutischen Behandlung festgelegt werden. Die Maßnahmen, Interventionen und Betreuungsziele werden nach Absprache mit den Betroffenen und Angehörigen sowie auf Basis der Fachkenntnisse der Klinischen und GesundheitspsychologInnen definiert.

Der ganzheitliche Therapieplan für die psychosoziale Therapie bildet nicht nur die Basis jeder Behandlung, sondern auch die Grundlage für die Entscheidung, ob es sich in einem konkreten Fall um Begleitung, Betreuung, Beratung oder Psychotherapie handelt.

Langzeittherapie
Die psychosoziale Langzeitbetreuung ist die Fortsetzung der vorher laufenden psychosozialen Therapie nach sechs Monaten ohne zeitliche Befristung. Diese erfolgt in Übereinstimmung mit den Betroffenen und deren Angehörigen, wenn erkannt wurde, dass die Fortführung der Therapie einen wesentlichen Beitrag zur längerfristigen emotionalen Stabilisierung einer PatientIn darstellt.

 

Aus dem Email eines Angehörigen nach dem Tod seiner Mutter: "Ich möchte mich bei Herrn Mag. Mattersberger und beim gesamten Team des Psychosozialen Dienstes für die jahrelangen aufopfernden Dienste an meiner Mutter sehr herzlich bedanken. Ohne der psychischen Unterstützung wäre meine Mutter in noch tieferes seelisches Leid versunken. Eure Mitarbeiter haben den langen Leidensweg meiner Mutter erträglicher gemacht. Und mir damit viele Sorgen von den Schultern genommen."

 

Schilderung einer Angehörigen: DER NEUE CHEF oder OMA, ERZÄHL MAL... von Alexandra Gruber-Fritz:

Mit einer Schwere im Herzen denke ich an einen im Grunde wunderschönen, sonnigen Frühlingstag im April 2013, der für meine Schwiegermutter und mich grau verhangen war: Der Eintritt ins Pflegeheim stand an... eine Übersiedlung, eine neuerliche, eine letzte Übersiedlung. Meine Schwiegermutter steht mir so nahe, doch in letzter Zeit ist sie mir so fremd geworden... Ich komme mit ihrer Wesensveränderung nur schwer zurecht, obwohl ich weiß, dass diese mit einer beginnenden Demenz zusammenhängt.

Meine Schwiegermutter zu Hause zu betreuen war meine tägliche Herausforderung, vielfach eine Überforderung, wie mir erst im Nachhinein klar geworden ist. Mit einem Kleinkind und einem noch bedürftigeren Stillkind habe ich ganze Vormittage bei ihr verbracht, um mit ihr den weiteren Tag vorzubereiten und zu strukturieren, eigentlich ihn ihr vorzugeben.
Meine Schwiegermutter, eine zeitlebens selbstbestimmte, selbständige Frau, alleinerziehend in den 70iger Jahren, Alleinverdienerin, in vielem ihrer Zeit voraus…. Wie soll ich einer solchen Frau Vorgaben machen? Zumal es mir generell nicht entspricht, über jemanden zu bestimmen.

Und immer häufiger sind wir beide gescheitert, haben wir beide gemerkt, dass es uns zu viel wird.

Gemeinsam haben wir uns für eine Übersiedlung ins Pflegeheim entschieden.

Der Aufnahmetag: So viele neue Menschen – unbekannte Menschen, die von nun an die Pflege und die Betreuung übernehmen, neue Mitbewohner und Mitbewohnerinnen, teilweise sehr geplagt von der Bürde des hohen Alters.

Und ich denke und fühle schmerzhaft: besser wird es nicht mehr.

Ich frage mich, wie wir diese Situation, diesen Übergang bewältigen können und spüre deutlich, dass wir Begleitung dafür brauchen.
Im Heim empfiehlt mir jemand den Verein Gesundheitsschmiede Tirol. Ich kontaktiere den Leiter der Gesundheitsschmiede, Mag. Michael Mattersberger. Und… ich würde es wieder tun…

Jeden Donnerstag kommt nun der von meiner Schwiegermutter so genannte neue Chef auf Besuch zu ihr. Die beiden reden und erzählen sich... was genau, weiß ich nicht, ist ja Chefsache.
Ich besorgte das Album „Oma erzähl mal“ und bitte Mag. Michael Mattersberger, das Büchlein im Rahmen seiner Besuche auszufüllen, als Erinnerung für meine Kinder, was er gerne übernimmt.

Das Buch ist Anfang des Jahres 2016 fertig ausgefüllt…

Und der Chef kommt immer noch, immer noch donnerstags.

Anfang Jänner höre ich einen Bericht auf Ö1 in der Sendung „Moment – Leben heute“ über die Wichtigkeit und Therapieerfolge einer psychologischen Betreuung im fortgeschrittenen Alter…
Ich freue mich, dass wir uns dafür entschieden haben.
Ich sehe, wie meiner Schwiegermutter die Zeit mit dem neuen Chef gut tut - und mir tut es gut, sie so zu erleben.
Ich bin sehr froh, dass ich mit Mag. Mattersberger jemanden gefunden habe, der nicht nur die Übersiedlung ins Pflegeheim, sondern auch die weiterhin auf uns zukommenden Herausforderungen durch die Demenzerkrankung meiner Schwiegermutter gut begleitet und mitträgt.

 

 

Aufnahmeformular Innsbruck

Aufnahmeformular IBK Umgebung

Aufnahmeformular Projekt

 

 

 

Kosten: Da die Gesundheitsschmiede Tirol eine beim BM für Gesundheit eingetragene Ausbildungsstätte für psychologische FachausbildungskandidatInnen zu Klinischen und GesundheitspsychologInnen ist, arbeiten je nach Intervention und Therapieplanung auch FachausbildungskandidatInnen im Rahmen der psychosozialen Therapie mit. Aus diesem Grund kann die psychosoziale Therapie in Innsbruck und der unmittelbaren Umgebung von Innsbruck sehr günstig angeboten werden, nämlich zu € 35,- pro Therapieeinheit (45 min) und € 25,- Fahrtenpauschale pro Monat.

Im weiter entfernten Umfeld von Innsbruck und bei sehr schwieriger psychischer Symptomatik und/oder aufwändigen Interventionen wird die gesamte psychosoziale Therapie von einer Klinischen und GesundheitspsychologIn mit längerer einschlägiger Berufserfahrung druchgeführt. Dies bedingt einen höheren Stundensatz von € 50,- pro Therapieeinheit und in Innsbruck Land € 50,- monatlich als Fahrtenpauschale. Es wird dann eine psychologische Therapie oder psychotherapeutische Behandlung durchgeführt.

Im weiter entfernten Umfeld von Innsbruck und bei sehr schwieriger psychischer Symptomatik und/oder aufwändigen Interventionen wird die gesamte psychosoziale Therapie von einer Klinischen und GesundheitspsychologIn mit längerer einschlägiger Berufserfahrung durchgeführt. Dies bedingt einen höheren Stundensatz von € 50,- pro Therapieeinheit und in Innsbruck Land € 50,- monatlich als Fahrtenpauschale.